Yoga Wissen

Das alles ist Yoga

By Januar 10, 2020 Januar 19th, 2020 No Comments

Yoga ist die wohl älteste Lehre vom Leben. Untrennbar mit der Yoga-Praxis verbunden ist das Erkennen des eigenen Bewusstseins mit seinen vielen Einlagerungen und Mustern, die unseren Charakter bilden und unsere Eigenart bestimmen. Alle Energien eines Menschen – also sein individuelles Selbst – können durch die Methode des Yoga-Übens mit den Energien des Universums – dem höchsten Selbst – in Einklang gebracht werden.

Zu dieser Einheit kann es jedoch nur kommen, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind und Körper, Seele und Geist die Balance halten. Die Yoga-Lehre besagt: Das harmonische Zusammenspiel der körperlichen, seelischen und geistigen Energien bedeutet Gesundheit, Disharmonie dagegen Krankheit und Beschwerden. Yoga-Übungen (Asanas) sind dabei Werkzeuge, die dir helfen können, zu dir selbst zu finden. Wähle und nutze diese Werkzeuge sorgfältig, damit sie dich auf dem Weg zu deinem Selbst begleiten.

Diese Lehre vom Leben – die hier bewusst sehr einfach dargestellt wird – hat ihren Ursprung in Indien. Felsmalereien und Zeichnungen auf Tonscherben mit Asanas zeigen, dass Yoga dort bereits vor Jahrtausenden praktiziert wurde. Schriftlich belegt ist die Existenz von Yoga seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. Patanjali, ein indischer Weiser und Gelehrter, erläuterte zu dieser Zeit in seinen 196 Lehrsätzen, den sogenannten Sutren (sanskrit: Sutra = Leitfaden), das Yoga-Wissen seiner Zeit. Er begründete damit die bis heute aktuell gebliebene systematische Wissenschaft des Yoga. Es entstanden verschiedene Yoga-Wege, die weltweit praktiziert werden.

Die vier Yoga Wege:

  • Karma Yoga, der Weg des selbstlosen Handelns
  • Jnana Yoga, der Weg der spirituellen Erfahrung durch Analyse und Erkenntnis
  • Bhakti Yoga, der Weg der Gottesliebe und Hingabe
  • Raja Yoga (Hatha Yoga), der königliche Yoga-Weg

Alle diese verschiedenen Wege sind praktische und spirituelle Yoga-Stile, wobei im Hatha Yoga auch Körperübungen (Asanas) mit einbezogen werden.

Karma Yoga: Das »Yoga der Tat«

Jeder Mensch, der mit offenem Herzen für andere da ist, praktiziert bewusst oder unbewusst Karma Yoga: Dieser Weg vertieft die Verantwortung für unsere Mitmenschen und die gesamte Schöpfung. Er führt zu innerem Wachstum und innerer Freiheit, aber auch zu einer tiefen Empfindsamkeit für das Unvergängliche, das hinter allem Vergänglichen steht. Mit der Zeit verändert diese sogar die Motivation für das eigene Handeln. Nicht mehr die Früchte des Tuns stehen im Vordergrund, sondern ein Bewusstsein für das Notwendige und die Bereitschaft, sich aktiv dafür zu engagieren.

Bhakti Yoga: Der Weg der Hingabe an Gott

Der Weg des Bhakti Yoga führt zur inneren Transformation. Diese wird durch eine tagtäglich gelebte Religiosität und Spiritualität in Gang gesetzt. Im Zuge dessen entwickelt man eine sich stetig vertiefende liebevolle Hingabe an eine beschützende überweltliche Macht. Die Übertragung dieser Haltung in seinen Alltag kann im Übenden tief greifende Prozesse auslösen, die zu persönlichem Wachstum führen. Individuelle Gefühle und Gedanken werden, ohne sie dabei zu unterdrücken, in spirituelle Energie umgewandelt und auf Gott gerichtet. Auf diese Weise erwächst aus dem eigenen begrenzten Rahmen Weitsicht sowie ein tiefes Verständnis für den Schöpfer und sein Werk. Ihm gilt die ganze Liebe. Dies schenkt dem Übenden im Gegenzug die Erfahrung des Getragenwerdens und vermag die eigene Seele zu stärken. Bhakti Yoga unterstützt den Gläubigen anhand von Ritualen, spirituellen Zeremonien, Gebeten und dem Rezitieren von Mantras (Gebetsformeln, heilige Wörter und Laute).

Jnana Yoga: »Yoga des wahren Wissens«

Der Weg des Jnana Yoga eröffnet einem geistig offenen Menschen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, sich mit all seinen ihm innewohnenden Stärken und Fähigkeiten in die Philosophie und Wissenschaft des Yoga zu vertiefen. Dabei geht es nicht um die Suche nach neuen Theorien, sondern darum, das eigene Denk- und Unterscheidungsvermögen zu schulen – ebenso wie die Fähigkeit, die tiefen Weisheiten des Wegs zu erfassen und in die Wirklichkeit umzusetzen.

Hatha Yoga, der Weg zur Harmonie 

Unter den vielen Yoga-Wegen ist Hatha Yoga heute am weitesten verbreitet. Seine Ausprägung hat er um das 6. Jahrhundert n. Chr. gefunden. Hatha Yoga stellt eine Methode aus dem Raja Yoga dar, wobei die Selbsterfahrung anhand von Körperübungen erweitert wird. Er vereint die gegensätzlichen Energien und hält ein- und ausströmende Energien im Gleichgewicht. Die Asana-Praxis im Hatha Yoga enthält alle Bewegungen, die auch im Alltag vorkommen – und geht darüber hinaus. Das Übungssystem bezieht Vor-, Rück- und Seitbeugen sowie Drehungen, Umkehr- und Sitzhaltungen ebenso ein wie Gleichgewichts- und Atemübungen. In Einzelübungen und Sequenzen, die sich aus stehenden, knienden, sitzenden oder liegenden Positionen entwickeln, werden gleichzeitig Bewegung, Atmung und Konzentration geschult. Dadurch weitet sich das Bewusstsein für die Einheit von Körper, Seele und Geist. Die Muskeln werden gestärkt, der Bewegungsapparat und die inneren Organe in Einklang gebracht. Der Kreislauf wird durch das Üben angeregt, das Nervensystem harmonisiert, die Atmung verbessert und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert.

Quelle: Yoga für Einsteiger

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